balls/ Juni 10, 2018/ #Blog/ 0Kommentare

#MeToo oder wenn der Beute, der Jäger nicht gefällt

Am 15. Oktober 2017 veröffentlichte die amerikanische Schauspielerin Alyssa Milano einen Tweet, der Frauen dazu aufrief, über ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung zu sprechen und ermunterte andere Frauen auch über ihre negativen Erfahrungen zu berichten. Dabei sollten sie das Hashtag #MeToo benutzen, um mehr Reichweite zu erlangen. Was aber dann folgte, hätte wahrscheinlich niemand erwartet. Über Nacht brachen in den sozialen Medien alle Dämme, als #MeToo in jeder Ecke der Welt, Fuß fassen konnte. Am Ende des Tages gab es ähnliche Bewegungen in den verschiedensten Sprachen der Welt. Frauen in 85 Ländern nutzen den Hashtag, um auf die Gewalt und Belästigung im täglichen Leben aufmerksam zu machen und Veränderungen zu fordern.

Eine Welle der Empörung und der Anzeigen brach in Hollywood aus. Plötzlich war fast jede weibliche Darstellerin das Opfer sexueller Belästigung. Heißt das dann im Umkehrschluss, dass die Schauspielerinnen die sich nicht zu Wort gemeldet haben, sich ihre Karriere „erschlafen“ haben?

Aber mal ganz der Reihe nach. Es gab auch männliche Schauspieler, die Strafanzeige wegen sexueller Belästigung erstattet haben. Ich würde gerne hiermit alle Emanzen da draußen dazu bitten, ihren Puls wieder herunterzufahren und den Beitrag einfach mal zu lesen, bevor sie rot anlaufen. Selbstverständlich ist das ein sensibles Thema für viele, die sexuelle Gewalt erlebt haben. Trotzdem sollte es erlaubt sein, das Thema kritisch zu hinterfragen. Ab wann sprechen wir von sexueller Belästigung? Und wann ist es ein Flirt? Springen jetzt alle auf den Zug auf, um aus der #MeToo-Bewegung profit zu schlagen? Fragen, die man kritisch betrachen muss, wenn man fair bleiben möchte.

Fakt ist, dass viele Firmen und Marken den Moment genutzt haben, um ihr Produkt zu vermarkten. Ein Make-up-Hersteller hat sogar einen Antrag an das Marken- und Patenamt gestellt und wollte sich #MeToo als Marke sichern. Du kannst dir also vorstellen, dass die Wahrscheinlichkeit vorhanden ist, dass sich einige „Betroffene“ in den sozialen Medien zu Wort melden, die auf den Zug aufspringen möchten und so möglicherweise, das Leben der „Beschuldigten“ zerstören. Die Welle der Empörung ist so groß, dass die „Beschuldigten“ sicherlich ertrinken werden.

Natürlich gibt es einige Fälle die ohne Zweifel ihre Berechtigung haben, verfolgt und bestraft zu werden. Leider gibt es aber auch viele Fälle von „ich springe auf den Zug auf und mache mal eben entweder Geld oder bekomme zumindest Aufmerksamkeit“. Nicht umsonst haben viele den Weg der sozialen Netzwerke gewählt, anstelle eine Anzeige zu erstatten. Selbstverständlich ist die #MeToo-Bewegung eine gute Sache. Dennoch gibt es auch jetzt in den Medien viele Fälle, wo vor allem der Mann zu Unrecht beschuldigt wird. Im Umkehrschluss wäre es vermessen zu behaupten, dass diejenigen die in Hollywood keine Anzeige erstattet haben, sich zum Erfolg  „geschlafen“ haben. 

Hier muss klar die Balance gefunden werden, ansonsten wird das alles eine sehr große Auswirkung auf die Zusammenarbeit zwischen Mann und Frau haben, weil es dazu führen wird, dass sich beide Geschlechter versuchen werden aus dem Weg zu gehen und so eine konstruktive Zusammenarbeit, für jegliche Unternehmen, auf Dauer nicht möglich sein wird. Sicherlich wird es auch die Sensibilität der Frauen erhöhen und jeglicher Austausch zwischen beiden Geschlechtern, wird von Kälte und Distanz geprägt sein. Eine tolle Atmosphäre am Arbeitsplatz sieht anders aus.

Flirten darf doch wohl noch erlaubt sein!?

Ich würde das als ungesunde Sensibilität betrachten, die höchstwahrscheinlich dazu führen wird, dass jeder Flirt oder jede einfache Berührung zu falschen Anschuldigungen führen wird. Das Arbeitsklima wird sich in eine zwischenmenschlich, sterile Umgebung verwandeln. Ich denke nicht, dass das im Interesse aller Beteiligten sein wird. Gerade am Arbeitsplatz, wo man sich täglich über den Weg läuft und das für mehrere Stunden pro Tag. 

Ist schon komisch, wenn man sich Statistiken über das Fremdgehen anschaut.  Die meisten Fremdgänger finden ihren Seitensprung auf dem Arbeitsplatz! Klar hat sich auch diese Statistik in den Jahren teilweise so verschoben, dass sich heute einige hinter ihren Bildschirmen verstecken oder auf Apps zurückgreifen. Der wahre Mann? Dennoch finden viele ihre Affäre bei der Arbeit.

Eine souveräne Frau oder ein souveräner Mann wird sich in dieser heißen Debatte wahrscheinlich nicht wiederfinden. Denn wer sich seiner Qualität bewusst ist, der brauch sich nicht „angraben“ zu lassen, um Erfolg in seiner Karriere zu haben. Zudem werden solche Menschen wissen, wie man sich in den bestimmten Situationen verhält. Wenn der Jäger seine Beute ausspäht, versucht der diese zu erlegen. Manchmal trifft er und manchmal eben nicht. Wenn der Beute der Jäger nicht gefällt, sollte sie in der Lage sein davonzulaufen. Übrigens vermutet man, dass Frauen die besseren Jäger sind.

 

 

 

 

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